1719 Contoir- und Schreibe-Calender 8° N.N. Berlin
Der Schreiber war Student der Jurisprudenz in Halle. Er notierte die Besuche in verschiedenen Kirchen in Halle und andere Besuche, z. B. beim 2. Januar: „Bin ich en Compagnie Mr. Hugoen Henbergu Struben nach Merseburg geritten, alwo dhl Haus- Hof: Meister Hillen nebst seiner Fr. Liebsten gesprochen, u. von ihm gehört, daß dhl. Prof. Francke vom Kayser nach Wien citiret sey, [...]“.
Die Notizen über Halle werden hier als Ortschronik gewertet, z. B. beim 8. Januar: „Ist ein Jüde aus Berlin von 19 Jahren alhir in der Markt-Kirche getauffet, welcher 15 Paten hatte.“; beim 23. April: „Abends war eine feurs brunst [in der] Stadt Halle [...]“; beim 24. April: „Collegium Practicum apud D. Boenigk ab hora 8 – 9 [...]“. Vor allem die letzte Notiz deutet auf einen Studenten als Schreiber hin.
Auf den Vorsatzblättern notierte der Schreiber 31 Korrespondenten.